Posts mit dem Label Nichts als Gespenster (Film) werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Nichts als Gespenster (Film) werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 28. Juni 2011

Gemeinsamkeiten der Erzählungen Hermanns / Alternative Filmtitel

Im Gegensatz zu den eigentlichen Erzählungen „Hurrikan (Something Farewell)“, „Aqua Alta“, „Nichts als Gespenster“, „Kaltblau“ und „Ruth (Freundinnen)“ der Autorin Judith Hermann werden diese, nicht einzeln gezeigt, sondern verlaufen in der Filmhandlung mit dem Titel „Nichts als Gespenster“ parallel nebeneinander, obwohl sich die Protagonisten nicht kennen.

Man erkennt jedoch deutlich, dass sie dennoch einige Gemeinsamkeiten besitzen. So kann man vermuten, dass die Protagonisten in allen Geschichten etwa dreißig bzw. Mitte dreißig sind.

Auch behandelt jede Erzählung fragile Beziehungen. Dem langweiligen Leben versuchen alle durch eine Reise zu entgehen. In fremden Ländern lernen sie jedoch nicht die jeweilige Kultur kennen, sondern ergründen ihre eigenen Gefühle. So erzählt „Ruth“ von den beiden Freundinnen Caro und Ruth. Caro verliebt sich impromptu beim ersten Treffen in Ruths Freund Raoul. Trotz ihres Versprechens mit ihm keine Beziehung anzufangen, beginnt sie dennoch eine Affäre in der ihr Raoul anfängliche Hoffnungen mcht.



„Aqua Alta“ spielt nicht, wie „Ruth“ in Deutschland, sondern in Venedig, wo eine Studentin, die ihren dreißigsten Geburtstag alleine verbracht hat, ihre Eltern trifft, die sie immer noch „Kind“ nennen. Die Studentin (namentlich nicht genannt) hatte einen Freund, von dem sie sich getrennt hat. Während ihres Urlaubes trifft sie einen Venezianer, der ihr in die Hose greift. Auch beobachtet sie in einem Cafe vom Nachbartisch aus, wie dieser sie genüsslich anblickt und masturbiert. Verstört verabschiedet sie sich, vollbeladen mit Geschenken, von ihren Eltern um zurück nach Hause zu reisen.



Eine weitere Geschichte, „Kaltblau“ spielt in Reykjavik. Jonas und Irene besuchen Irenes Jugendfreund Magnus, der mit seiner Frau Jonina und einer Tochter lebt. Jonina verliebt sich in Jonas, wobei es sie jedoch schmerzt, als er diese mit Irene im Nachbarzimmer stöhnen hört. Doch auch Jonas hegt für sie Gefühle, auch wenn er selbst meint, dass sein Hochgefühl im Zusammenhang mit der Natur stünde. Bei einem Streit schlägt Irene ihn mit einer Weinflasche.



Die Geschichte Hurrikan handelt in einem Jamaika, wo die Freundinnen Christine und Nora zu Besuch bei Noras Exfreund Kaspar sind, der gegenüber Christine offen abgeneigt ist. Christine flirtet mit dem dunkelhäutigen Einheimischen Cat, hofft aber gleichzeitig, dass der Wirbelsturm endlich kommt. Obwohl Cat (noch) mit Lovy verheiratet ist erkennt man von Anfang an eine Zuneigung zur „White Lady“, die am Ende der Geschichte diese erwidert.



Felix und Ellen, die Protagonisten der Geschichte „Nichts als Gespenster“  Reisen quer durch die USA: von New York an die Westküste und wieder zurück. Die Geschichte spielt aber nur in Nevada, wo Felix Ellens Begeisterung für die von jedem schon gesehenen Sehenswürdigkeiten verachtet bis er schließlich nur noch mit dem Auto fährt und bei ihnen nicht mehr hält. Ellen ist so verärgert darüber, dass sie versucht den Flug umzubuchen, sodass sie gleich von der Westküste nach Deutschland zurückfliegen kann. Auf Grund der hohen anfallenden Kosten gelingt ihr dies nicht.

In einem Motel treffen die beiden auf eine Geisterjägerin, die im benachbarten Hotel die Geister von Goldgräbern u. ä. suchen möchte.

Des Weiteren lernen sie Buddy in einer Bar kennen, der noch nie Nevada verlassen. Er ist der Vater eines Sohnes – Ellen will grundsätzlich auch Kinder bekommen, im Gegensatz zu Felix – und sieht keinen Grund Nevada zu verlassen.

Mittlerweile hat die Geisterjägerin Fotos geschossen, die sie auch Ellen zeigt. Mit dem letzten freien Bild machen die Verwandten ein Gruppenfoto, wobei Ellen fast intuitiv Buddys Hand ergreift.

Am nächsten Tag fahren Buddy und Ellen weiter.





Insgesamt fällt auch auf, dass in allen Filmen alkoholische Getränke vorkommen (auch wenn dies nebensächlich ist). So könnte man als alternativen Filmtitel auch „Kalt-Blau“ wählen. Hierbei ist noch zu sagen, dass blau, die Farbe des Wassers auch eine Selbstreflektion symbolisieren kann. Und mit der Kälte assoziiert man entsprechende zwischenmenschliche Beziehungen, die im Film dargestellt werden.



Grundsätzlich erkennt man auch in allen Geschichten das Motiv des Liebeskummers und dezent auch Probleme mit Männern aus der Sicht weiblicher Protagonisten.



Da alle Geschichten im Urlaub bzw. während Reisen oder Besuchen spielen kann man auch den alternativen Filmtitel: Something Farewell vorschlagen. Bei allen Geschichten gibt es schließlich eine mehr oder weniger deutlich werdende Abreise bzw. Abgang der Protagonisten von ihrem Urlaubshaus (bei „Kaltblau“).



Doch auch ein Urlaub ändert nicht viel an der wahrscheinlich schon vorher bestehenden Planungs- und Orientierungslosigkeit. Geführte Gespräche über die Vergangenheit sind hierbei auch nicht hilfreich und erzeugen zum Teil Selbstzweifel. In Anlehnung an den berühmten Roman „Im Westen nichts Neues“ schlagen wir deshalb den Titel „Im Urlaub nichts Neues“ vor.

Der Spiegel - Filmkritik

Road-Movie "Nichts als Gespenster"

Man nennt es Hirngespinst

Von Jenny Hoch
In Martin Gypkens Episodenfilm "Nichts als Gespenster" reisen Dreißigjährige in ferne Länder und sind doch nur auf der Suche nach sich selbst. Sonst passiert fast nichts - zum Glück, denn selten wurde das Lebensgefühl einer Generation unaufdringlicher eingefangen.
Es ist die Geschichte mit dem Schaf, die diesen Film auf den Punkt bringt. Magnus erzählt sie seinem Besuch aus Deutschland in einer klirrend kalten Nacht in einem tief verschneiten Sommerhaus auf Island. Er erzählt, wie er als Jugendlicher zusammen mit seinem Onkel und seinem Freund ein Schaf zum Decken brachte, wie sie Schnaps tranken, während das Tier von einem Bock bestiegen wurde, und wie sie danach durch die sternenklare Nacht zurückfuhren. Er sagt: "Es war sehr schön in diesem Jeep mit dem Schaf auf der Landstraße, ganz allein auf der Welt, mehr war nicht."
Wie, mehr war nicht? Die Geschichte ist zu Ende, bevor sie richtig angefangen hat. Pech, wer auf eine lustige Pointe oder gar einen abgedrehten Plot gewartet hat. Also lieber noch eine Zigarette anzünden und gucken, wie das Leben weitergeht. Das machen auch die Protagonisten in Martin Gypkens Roadmovie "Nichts als Gespenster", der Verfilmung von fünf Kurzgeschichten der Bestsellerautorin Judith Hermann, nicht anders.
Fünf Schauplätze, fünf unterschiedliche Konstellationen von Menschen um die dreißig, die aus unterschiedlichen Gründen um die Welt fahren. Fünf Mal Ankommen, fünf Mal Abreisen. Das sind die groben dramaturgischen Maschen, aus denen Gypkens sein leichtes, unaufdringliches Generationenporträt gestrickt hat. Alle Episoden beginnen völlig unvermittelt und hören ebenso plötzlich wieder auf.
Mit schnellen Schnitten aneinandermontiert und hochkarätig mit der Crème des deutschen Thirtysomething-Schauspielnachwuchses besetzt, ergeben diese Geschichten aber keine erwartbar schicksalsschwere Story mit einer klar definierten Message. Sie bilden eher ein zartes Gespinst, das sich wie eine diffuse Aura über die alltäglichen Lebens- und Liebesfragen junger Erwachsener legt.
Schweigen bis der Redneck kommt
Da ist das ungleiche Paar Ellen (Maria Simon) und Felix (August Diehl) das die USA im Auto von Ost nach West durchquert und sich dabei beharrlich anschweigt. Solange, bis eine wunderliche Gespensterjägerin und ein bodenständiger Redneck in der Wüste Nevadas ihren Blick auf das Wesentliche lenken. Oder die beiden besten Freunde Irene (Ins Weisse) und Jonas (Wotan Wilke Möhring), die zu Irenes Jugendfreund Magnus (Valur Freyr Einarsson) und seiner Frau Jonina (Sólveig Arnarsdóttir) nach Island fahren, weil sie beide Liebeskummer haben und dort ihre Leidenschaft füreinander entdecken.

Es wird erzählt von den Freundinnen Nora (Jessica Schwarz) und Christine (Brigitte Hobmeier), die Noras Exfreund Kaspar (Janel Rieke) auf Jamaika besuchen und dort aus Langeweile einen Hurrikan herbeisehnen, und von der Berlinerin Ruth (Chiara Schoras), die ihrer besten Freundin Caro (Karina Plachetka), die Schauspielerin an einem Provinztheater ist, heimlich ihren Schwarm Raoul (Stipe Erceg) ausspannt. Außerdem irrt in der einzigen Episode, die etwas aus dem Paarbeziehungs-Rahmen fällt, die einsame Marion (Fritzi Haberlandt) auf der Suche nach ihren urlaubenden Eltern durch das überfüllte Venedig und sehnt sich nach Anerkennung von ihren egozentrischen Altvorderen.

Es kommt weder zu Dramen, noch zu extremen Entwicklungen. Selbst die exotischen Reiseziele - und dazu gehört für Großstädter eben auch die ostdeutsche Provinz - dienen lediglich als Kulissen. Sie sind so etwas wie Fotolandschaften, die die Protagonisten betreten, ohne jedoch ihre Befindlichkeiten abzulegen. Es geht ihnen nicht darum, ein fremdes Land kennen zu lernen, sondern höchstens darum, den fremden Kontinent, den sie für sich selbst darstellen, ein Stückchen mehr zu entdecken.
Lebens-Dilemma der Generation Golf
Wie Abziehbilder ihrer selbst setzt die Kamerafrau Eeva Fleig Grand-Canyon-Panoramen, kochende Geysire, karibische Sandstrände oder die konventionelle Inszenierungs-Ästhetik eines deutschen Stadttheaters in Szene. Tausend Mal gesehen, tausend Mal zitiert. In ihrer Reiseprospekt-Gelacktheit spiegeln sie das Lebens-Dilemma der Generation Golf wider: Es gibt nichts Neues mehr zu entdecken, alles wurde bereits gefunden, gesagt, getan. Und dennoch gehört es zum Erwachsenwerden dazu, all diese Dinge noch einmal zu durchleben und dieselben Fragen noch einmal zu stellen.

Es könnte sein, dass all diese Frauen und Männer vor allem die Sehnsucht nach der Sehnsucht antreibt. Der Wunsch, den melancholischen Schwebezustand, in dem sich ihr Leben befindet, noch etwas länger hinzuziehen. "Ich will, dass er kommt", sagt Brigitte Hobmeier als Christine auf Jamaika, und es ist nicht sofort klar, ob sie den drohenden Wirbelsturm meint oder den muskelbepackten Einheimischen, der sie schon seit Tagen mit Blicken verfolgt.

Aus dem durchgängig hervorragend besetzten Ensemble der Unentschlossenen sticht sie besonders hervor: Brigitte Hobmeier legt ihre Figur nicht sympathisch verspult wie die meisten ihrer Kollegen an, sondern als biestigen Vamp mit Madonnengesicht. Wo die anderen zwar überzeugend, aber letzendlich harmlos spätpubertäre Nöte darstellen, deutet sie mit Blicken aus halbgeschlossenen Lidern und sparsamen Gesten virtuos dunkle Abgründe an.
Dennoch: Nachts am Strand spielt sie mit ihrer Freundin Nora das Spiel "Sich-so-ein-Leben-vorstellen": Was wäre, wenn sie tatsächlich auf Jamaika wohnen würde, mit einem Einheimischen verheiratet wäre, ein Kind hätte? Doch halt, das ist ja alles nichts, nichts als Gerede. Gedanken-Gespenster. Hirn-Gespinste.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,519996,00.html

Montag, 27. Juni 2011

Filmtrailer

Filmkritiken

Martin Gypkens erzählt in seinem Film "Nichts als Gespenster" fünf Geschichten von Judith Hermann: "Ruth (Freundinnen)", "Acqua Alta", "Kaltblau", "Hurrikan (Something farewell)" und "Nichts als Gespenster". "Hurrikan" stammt aus dem Band "Sommerhaus, später" (1998), die anderen Erzählungen finden wir in der unter dem Titel "Nichts als Gespenster" (2003) veröffentlichten Zusammenstellung.

Handlungsorte sind eine deutsche Kleinstadt, Venedig, Island, Jamaika und Nevada. Obwohl die Handlungsstränge der fünf Geschichten sich nicht berühren, entwickelt Martin Gypkens sie häppchenweise parallel. Schnitttechnisch ist das gut gelungen. Der Film "Nichts als Gespenster" beginnt mit fünf Ankünften und endet mit fünf Abreisen. Bei den Hauptfiguren handelt es sich um Männer und Frauen um die dreißig. Obwohl sie Freunde haben, fühlen sie sich einsam, ihre Beziehungen sind fragil, und sie haben sich wenig zu sagen. Ihr im Grunde sorgloses Leben langweilt sie, und sie vermissen den Sinn; sie warten gewissermaßen auf Godot. Dem Ennui, der saturierten Leere versuchen sie durch Reisen zu entkommen, aber sie lernen keine fremden Länder kennen, sondern erfahren etwas über sich selbst, ohne dass etwas Besonderes geschieht.

Gemeinsam ist den fünf Geschichten die melancholische Grundstimmung, das Lebensgefühl einer Generation.

Judith Hermann hat über die Langeweile der schönen jungen Menschen, die nie arbeiten, nie die Welt retten, nie Verantwortung übernehmen oder Kinder erziehen müssen, zwei Erzählungsbände geschrieben, in denen die Langeweile sehr schön zum Ausdruck kommt. Sie findet für den Ennui der Boheme malerische Kulissen, die dem melancholischen und vagen Lebensgefühl entsprechen. Und weil es den Menschen in diesen Erzählungen an so ziemlich allem, nur märchenhafterweise nie an Geld fehlt, übersetzen sie ihre Rastlosigkeit und ihren Weltschmerz in die Sprache des gehobenen internationalen Jetsets. Sie reisen nach Paris und nach Venedig, nach Norwegen und nach Island, sie durchqueren im Mietwagen Amerika und räkeln sich in Jamaika auf den Rohrsesseln eines gepflegten Anwesens.
Das alles ist ein bisschen traurig und unverbindlich, aber auch irgendwie aufregend, eine Übergangszeit in jeder Hinsicht. Die Kindheit ist vorbei, richtig erwachsen ist man aber noch nicht, man wartet und weiß nicht, worauf. Etwas Neues muss kommen, aber statt mit dem Kopf durch die Wand zu stoßen, zündet man sich eine Zigarette an. Zündet man sich ziemlich viele Zigaretten an. Draußen tobt die Welt, fallen Mauern, sterben Imperien. Hier ist es still, hier ist immerzu blue mood und Fin de Siècle, eine gefällige Leere, die nie aus der Form fällt und den ästhetischen Comment verlässt. (Iris Radisch, Die Zeit, 29. November 2007)

Unterwegs sein: "Nichts als Gespenster" verhandelt kein Beziehungs-Klimbim, sondern porträtiert Dreißigjährige, die in einer Schleife aus Sehnsucht und Resignation gefangen sind, zwischen Hoffnung auf Erlösung durch Liebe und einer "Angst vor wirklicher Hingabe". Man hat gelernt, über "Beziehungen" und "Befindlichkeiten" zu plaudern, aber die in der Tiefe erschütternden Gefühle kann man weder aussprechen noch leben. Ein Dilemma, das Martin Gypkens über weiteste Strecken souverän sichtbar macht. Er erschafft kraftvolle, schöne, präzis gezeichnete Figuren, wie sie ein deutscher Gegenwartsfilm schon lange nicht mehr zu bieten hatte. (Rainer Gansera, Süddeutsche Zeitung, 29. November 2007)


Die Besetzung von "Nichts als Gespenster" ist hervorragend.

Gedreht wurde von März bis Juli 2006 in Leipzig, Brandenburg und Hamburg, Venedig, Island, auf Jamaica sowie in Utah, Arizona und Nevada.
http://www.dieterwunderlich.de/Gypkens_gespenster.htm#kritik

Martin Glypkens Nichts als Gespenster (Film) - Inhaltsangabe

Caro (Karina Plachetka) besucht ihre Freundin Ruth (Chiara Schoras), mit der sie sich früher in Berlin eine Wohnung teilte, die jetzt in in einer Provinzstadt wohnt und dort als Theaterschauspielerin tätig ist. In der Kantine lernt Caro Ruths neuen Freund kennen – und verliebt sich auf den ersten Blick in ihn. Raoul (Stipe Erceg) erwidert ihre Gefühle, trennt sich nach ihrer Abreise von Ruth und beginnt ein Verhältnis mit Caro. Deren Schuldgefühle gegenüber Ruth verhindern jedoch, dass mehr als eine Affäre daraus wird.

Die Studentin Marion (Fritzi Haberlandt) fährt an ihrem 30. Geburtstag mit dem Zug nach Venedig und trifft dort am nächsten Tag ihre erlebnishungrigen Eltern (Christine Schorn, Walter Kreye) die am Ende einer längeren Italienreise hier Station gemacht haben und noch in die Alpen wollen. Als Marion allein auf der Rialto-Brücke steht, greift ihr ein dreister Venezianer (Alessio Bobbo) von hinten in die Hose. Entrüstet dreht sie sich um. Da geht er wortlos weg. Am nächsten Tag sieht sie ihn wieder: Während sie mit ihren Eltern in einem Straßencafé sitzt, nimmt er am Nachbartisch Platz. Verstört beobachtet Marion, wie er sie anblickt und masturbiert. Nachdem er sich mit einem Taschentuch abgewischt hat, sagt er "Grazie" und geht. Kurz darauf verabschiedet Marion sich von ihren Eltern, besteigt – vollbepackt mit Geschenken, die ihre Mutter für Bekannte kaufte – ein Vaporetto und fährt zum Bahnhof.

Jonas (Wotan Wilke Möhring) und Irene (Ina Weisse) fliegen nach Reykjavik und besuchen Irenes isländischen Jugendfreund Magnus (Valur Freyr Einarsson), der dort mit seiner Lebensgefährtin Jonina (Sólveig Arnarsdóttir) und ihrer kleinen Tochter Sunna (Vaka Vigfusdottir) wohnt. Jonina verliebt sich heimlich in Jonas, und es schmerzt sie, als sie ihn und Irene nebenan im Bett stöhnen hört. Jonas genießt den Aufenthalt in Island, aber Irene spürt, dass sein Hochgefühl mit Jonina zu tun hat und gerät mit ihm in Streit.


Christine (Brigitte Hobmeier) besucht ihre Freundin Nora (Jessica Schwarz), die ihrerseits gerade für einige Zeit zu ihrem Freund Kaspar (Janek Rieke) gereist ist, der sich auf Jamaika eingerichtet hat. Kaspar verbirgt nicht, dass er Christine nicht leiden kann und sich durch ihre Anwesenheit gestört fühlt. Ein Hurrikan bedroht Jamaika, aber Kaspar will der Gefahr nicht weichen und die Insel überhaupt nicht mehr verlassen. Und Christine sehnt den Wirbelsturm aus Langeweile herbei. Cat (Jerry Benzwick), der schwarze Hausmeister Kaspars, der sich gerade von seiner Frau Lovy (Aisha Davis) getrennt hat, zeigt unverblümt, dass er die blonde weiße Frau im Bikini begehrt. Nora, der das nicht entgeht, lässt die beiden eines Abends absichtlich allein auf der Veranda. Der Jamaikaner nutzt die Gelegenheit, um Christines Haar durch die Finger gleiten zu lassen und sie zu streicheln. Das erregt sie, aber sie stößt ihn schließlich zurück. Am Abend vor ihrem Rückflug geht sie zu ihm an den Strand, lässt sich von ihm umarmen und küssen. Um vier Uhr morgens holt sie ein Taxi sie ab, das sie zum Flughafen bringen soll. Kaspar und Nora stehen nicht einmal auf, um sich von ihr zu verabschieden.


Felix (August Diehl) und Ellen (Maria Simon) fahren von New York aus zur Westküste der USA und wieder zurück. Sie reden kaum miteinander und fühlen sich einander ausgeliefert. Lustlos hakt Felix Sehenswürdigkeiten wie den Grand Canyon und den Bryce Canyon ab, und schließlich hält er nicht einmal mehr an  den ausgeschilderten "Points of View". Ellen ärgert sich darüber so, dass sie von Los Angeles oder San Francisco aus nach Deutschland zurückfliegen will, aber am Telefon erfährt sie, dass ihr Billigflugticket nicht umgebucht werden kann. – Als Felix und Ellen in der Wüste von Nevada in einem billigen Motel übernachten und bei der Besitzerin Annie (Dale Dickey) am Tresen der Bar stehen, kommen sie mit einem Einheimischen namens Buddy (Jack Impellizzeri) ins Gespräch, der Nevada noch nie verlassen hat, auch nicht weiß, warum er das tun sollte und sich über die Ausländer wundert, die quer durch die USA reisen. Für ihn gibt es kein größeres Glück, als seinem kleinen Sohn Turnschuhe zu kaufen. Inzwischen hat eine Gespensterjägerin (Bonnie Hellman) mit ihren Leuchten, Kameras und Messgeräten das leer stehende Hotel gegenüber untersucht. Sie zeigt Ellen ihre Gespensterfotos, und weil sie noch ein Bild auf dem Film in der Kamera hat, knipst sie mit dem Selbstauslöser sich und die anderen Gäste. Unmittelbar bevor es blitzt, greift Ellen nach Buddys Hand. – Am nächsten Morgen fahren Felix und Ellen weiter.

http://www.dieterwunderlich.de/Gypkens_gespenster.htm#handlung

Diese Inhaltsangabe von Dieterwunderlich.de enthält aber einige, nicht-nur-triviale, Fehler.
In der ersten Geschichte hat meiner Meinung nach Raoul keine ernsthaften Gefühle gegenüber Caro. Er macht ihr zwar einige Hoffnungen, doch eine Frage à la „Wann fährt dein Zug?“ sieht für mich nicht nach einer gewünschten Beziehung aus. Raoul wollte doch nur einen One-Night-Stand. Schuldgefühle spielten in der Geschichten überhaupt keine ernstzunehmende Rolle. Caro und Raoul betrogen Ruth aus eigener Lust…

Doch auch die Inhaltsangabe zur zweiten Geschichte machte mich ein bisschen skepisch, denn der Name „Marion“ wird schließlich gar nicht erwähnt. Stattdessen wird sie von ihren Eltern einfach nur „Kind“ genannt.

Die nächste Inhaltsangabe beschreibt, dass Irene hinter Jonas' Hochgefühl entsprechende Gefühle für Jonina vermutet. Ich würde vorschlagen, dass man hier noch darlegt, dass Jonas selbst behauptet, dass die Natur Islands in ihm dieses Hochgefühl erzeugt.

In der vierten Inhaltsangabe, zu „Hurrikan (Something Farewell)“, gab es nun ein paar mehr Fehler. So erscheint es schon fast anmaßend zu behaupten, dass Cat der „schwarze Hausmeister“ von Kaspar ist. Ein Hausmeister, der meistens faul auf der Hängematte sitzt? Auch in der entsprechenden Erzählung von Hermann wird er etwas anders dargestellt, nämlich als starker Bauer, der eine Hütte besitzt und unter der Matratze Geld lagert. Wie es in Jamaika so üblich seien, kommen Personen einfach so zu Besuch und bleiben einige Tage auch ohne ein Wort zu sagen.
Ferner scheint es auch nicht so zu sein, dass Christine Nora besucht. Es kann sein, dass ich mich hier im Bezug auf den Film irre, doch, wieder mit Verweis auf die schriftliche Erzählung, sind die Freundinnen aus Deutschland gemeinsam in Jamaika im Urlaub. Trotzdem muss ich eingestehen, dass dies nicht explizit im Film erwähnt wird und es einige gegenteilige Indizien gibt, wie zum Beispiel, dass nur Christine abreist.
Des Weiteren ist Kaspar nicht der Freund von Nora, sondern ihr Ex, obschon die beiden scheinbar wieder eine Beziehung anfangen (wollen).
Es ist wahrscheinlich auch noch notwendig zu erwähnen, dass Christine behauptet, dass kein Flieger mehr von Jamaika starte. Wie Kaspar herausfindet, ist dies eine Lüge.

Nun aber zur letzten Geschichte: Ist es wirklich für Buddy das größte Glück für seinen Sohn Schuhe zu kaufen? Soweit ich weiß, wird dies nicht so im Film dargestellt.